KeyInvest Blog

28. Februar 2022

Kräftiges Börsenbeben

Dramatische Entwicklungen in Europa: Russische Truppen haben in der vergangenen Woche die Grenze zu Ukraine überschritten und seither Ziele im gesamten Land angegriffen. Der Vormarsch hat eine ernste geopolitische Krise ausgelöst, der Westen reagierte mit scharfen Sanktionen gegen Russland. (Quelle: Thomson Reuters, Medienbericht, 27.02.2022) Wenig überraschend bleibt der Krieg nicht ohne Folgen für die Kapitalmärkte: Der Rubel brach am heutigen Montagmorgen um mehr als 40 Prozent ein und erreichte in Relation zum US-Dollar ein Rekordtief. Derweil startete der Brent-Ölpreis mit einem Aufschlag von 4.5 Prozent in die Woche.*

Volatile Märkte

Auch an den Aktienmärkten – insbesondere den europäischen – hinterlassen die Angriffe tiefe Spuren. Die Moskauer Börse stürzte um bis zu rund 40 Prozent ab. Allerdings drehten die Kurse zum Freitag hin nach oben. Für den STOXX Europe 50® stand dadurch auf Wochensicht nur noch ein kleines Minus von 1.4 Prozent zu Buche, der SMI beendete die Woche sogar mehr oder weniger unverändert.* Neben einer technischen Gegenreaktion wurde der Rebound vor allem auf die Gesprächsbereitschaft Russlands zurückgeführt. (Quelle: Thomson Reuters, Medienbericht, 25.02.2022)

Am Sonntag haben sich die Ukraine und Russlands tatsächlich zu Verhandlungen verabredet. Gleichzeitig ist der Konflikt jedoch weiter eskaliert. Während einige russische Banken vom Zahlungssystem Swift ausgeschossen wurden, hat Russlands Präsident Putin die Atomstreitkräfte seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt. (Quelle: Thomson Reuters, Medienbericht, 27.02.2022)

Verlierer und Gewinner

Weit oben auf der Verliererseite stehen die Banken, die am meisten unter den verhängten Sanktionen des Westes leiden könnten. Gefragt sind dagegen die Aktien aus der Rüstungs- und Cyber-Security-Industrie. Nachdem Experten vor vermehrten russischen Internet-Angriffen warnten, investierten Anleger in das Thema Sicherheit. Dass sich der Krieg auch ins Internet verlagert, zeigt zudem die Ankündigung des Hackerkollektivs Anonymous, „gross angelegte“ Cyberangriffe auf die russische Regierung durchzuführen. (Quelle: NTV, Medienbericht, 25.02.2022)

Neben der Geopolitik bewegen auch Firmenmeldungen die Kurse. Zu einem kräftigen Ausschlag nach unten kam es bei Swiss Re. Der Rückversicherer kehrte zwar 2021 in die Gewinnzone zurück, verfehlte aber die Erwartungen. Positiv reagierten Börsianer dagegen auf Meldungen von Volkswagen.* Der Konzern treibt trotz Ukraine-Krise die Vorbereitungen für einen Teil-Börsengang seiner Sportwagentochter Porsche voran. „Porsche ist eine starke Marke mit robustem Geschäftsmodell und einer weltweiten Fangemeinde“, sagte Porsche-Chef Oliver Blume. Seit längerem steht die gleichnamige Porsche Automobil Holding auf dem Kurszettel. Die Beteiligungsgesellschaft und Volkswagen-Grossaktionärin verzeichnete in der vergangenen Woche ein Kursplus von mehr als acht Prozent.* (Quellen: Thomson Reuters, Medienberichte, 25.02.2022)

Selbst wenn der DAX®-Titel das Tempo drosselt, lässt sich mit dem Barrier Reverse Convertible auf Volkswagen (Symbol: KJRMDU)** eine Seitwärtsrendite von 9.4 Prozent p.a. erzielen. Diese Chance geht mit einem Risikopuffer von 32.9 Prozent einher. Bitte beachten Sie aber, dass der BRC nicht kapitalgeschützt ist: Notiert der Basiswert während der Laufzeit einmal auf oder unter dem Kick-In Level (Barriere), ist mit Verlusten zu rechnen. Zudem trägt der Anleger das Emittentenrisiko, so dass das eingesetzte Kapital – unabhängig von der Entwicklung der Basiswerte – im Falle einer Insolvenz der UBS AG verloren gehen kann.

Viele unterschiedliche Themen

Der Ukraine-Konflikt dürfte ein langwieriges Problem darstellen und demzufolge auch das bestimmende Thema an den Börsen bleiben. Daneben werden Anleger die Wirtschaftsdaten und Unternehmenszahlen im Auge behalten. An den kommenden Tagen geben unter anderem der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer, die „Lieferando“-Mutter Just Eat Takeaway, der Softwarekonzern Salesforce sowie Swiss Life Einblick in die Geschäftsbücher.

Auf der Konjunkturseite wird der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag von zentraler Bedeutung sein. Prognose zufolge sollen im Februar 381’000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen worden sein, das wären knapp 100’000 weniger als im Vormonat. Bereits einen ersten Fingerzeig werden die Zahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP am Mittwoch geben. Am gleichen Tag wird das „Beige Book“ des Fed veröffentlicht. Von diesem Konjunkturbericht könnten sich Rückschlüsse auf die geplanten Zinserhöhungen ziehen lassen. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um einen halben Prozentpunkt im März taxiert der Markt aber nur noch auf rund 20 Prozent, die Mehrheit geht von einem Schritt um 0.25 Prozent aus. Ein Thema bleibt mehr denn je die Teuerung. Am Mittwoch werden die Inflationszahlen für die Eurozone bekannt gegeben. Erwartet wird für den Februar im Schnitt ein Wert von 5.3 Prozent im Jahresvergleich. (Quelle: Thomson Reuters, Medienbericht, 25.02.2022)

Porsche Automobil Holding (5 Jahre, in EUR)*

Quelle: Thomson Reuters, 25.02.2022
*Bitte beachten Sie, dass vergangene Wertentwicklungen keine Indikationen für künftige Wertentwicklungen sind.
**Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: ubs.com/keyinvest

Wichtige Unternehmenstermine

Datum Zeit Land Ereignis
28.02.2022 k.A. US Palo Alto Quartalszahlen
28.02.2022 09:00 CH Bruttoinlandsprodukt
28.02.2022 09:00 CH KOF Konjunkturbarometer
01.03.2022 k.A. DE Bayer Quartalszahlen
01.03.2022 k.A. US Salesforce Quartalszahlen
01.03.2022 k.A. CH Swiss Life Quartalszahlen
01.03.2022 02:00 CN PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe
01.03.2022 09:30 CH SWME – Einkaufsmanagerindex
01.03.2022 14:00 DE Verbraucherpreisindex
02.03.2022 k.A. NL Just Eat Quartalszahlen
02.03.2022 k.A. CH Kühne + Nagel Quartalszahlen
02.03.2022 11:00 EZ Verbraucherpreisindex
02.03.2022 14:15 US ADP Beschäftigungsveränderung
02.03.2022 20:00 US Fed Beige Book
03.03.2022 k.A. DE Lufthansa Quartalszahlen
03.03.2022 08:30 CH Verbraucherpreisindex
03.03.2022 11:00 EZ Arbeitslosenquote
03.03.2022 15:45 US PMI Gesamtindex
04.03.2022 11:00 EZ Einzelhandelsumsätze
18.02.2022 14:30 US Arbeitslosenzahlen

Quelle: Thomson Reuters, Stand: 25.02.2022

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In den USA sind die Konsumentenpreise im Juni 2024 gegenüber dem Vormonat um 0.1 Prozent gesunken.