KeyInvest Blog

06. Februar 2023

Das „Goldlöckchen“ ist zurück

An den ersten drei Handelstagen im Februar war an den Börsen einiges geboten. Zu Beginn des Monats blickten die Investoren gebannt nach Washington D.C. Dort hat die US-Notenbank ihren jüngsten geldpolitischen Beschluss veröffentlicht. Wie erwartet schraubte sie den Leitzins um 25 Basispunkte auf die neue Spanne von 4.50 Prozent bis 4.75 Prozent nach oben. Damit drosselte das Fed sein Straffungstempo weiter. Nach vier Erhöhungsschritten von jeweils 0.75 Prozentpunkten hatten die US-Währungshüter die Zinsen im Dezember 2022 noch um einen halben Prozentpunkt nach oben geschraubt. Fed-Präsident Jerome Powell sieht den Kampf gegen die Teuerung weiterhin als nicht gewonnen. „Es gibt noch mehr zu tun“, sagte er an einer Medienkonferenz. Allerdings betonte Powell auch, dass die Inflation zuletzt nachgelassen hat. (Quelle: Refinitiv, Medienbericht, 01.02.2023)

EZB-Präsidenten Christine Lagarde schlug tags darauf eine ähnliche Tonart ein. „Wir wissen, dass wir noch nicht fertig sind“, sagte die Französin. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank ihren Leitsatz – wie schon im Dezember – um 50 Basispunkte auf nun 2.50 Prozent erhöht. Wenngleich die Inflation im Euroraum zuletzt ebenfalls nachgelassen hat, lag sie im Januar mit 8.5 Prozent noch weit über dem mittelfristigen EZB-Ziel von zwei Prozent. Folgerichtig stellen die Währungshüter für den März eine weitere Zinserhöhung um einen halben Prozentpunkt in Aussicht. Anschliessend soll der weitere Kurs bewertet werden. Mit der Bank of England (BoE) hat eine weitere grosse Notenbank ihren Straffungskurs fortgesetzt. Sie erhöhte den Leitsatz am Donnerstag zum zehnten Mal nacheinander. Konkret schraubte die BoE den Zins um 50 Basispunkte auf 4.0 Prozent hoch. (Quelle: Refinitiv, Medienbericht, 01.02.2023)

US-Jobmotor brummt

Viel Zeit blieb Analysten, Strategen und Investoren nicht, um die Entscheide und Statements der Zentralbanken auszuwerten. Am Freitag lief mit dem „Nonfarm-Payrolls“-Report einer der am meisten beachtesten Konjunkturindikatoren über die Ticker. Einmal mehr präsentierte sich der US-Arbeitsmarkt als sehr resistent gegenüber dem inflationären Umfeld. Im Januar sind ausserhalb der Landwirtschaft 517’000 neue Stellen entstanden. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 185.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen gerechnet. Diese Abweichung spricht für einen eher rigorosen Straffungskurs durch das Fed. Dagegen indiziert das erneut gesunkene Lohnwachstum, dass die gefürchtete Preis-Lohn-Spirale nicht zu stark ins Drehen kommt. (Quelle: Refinitiv, Medienbericht, 03.02.2023)

Die Wall Street hat sich dennoch mit roten Vorzeichen in das Wochenende verabschiedet. Unter Druck standen vor allem die Technologiewerte, der NASDAQ-100® Index beendete den Freitag mit einem Minus von 1.8 Prozent. Auf Wochensicht hat der Gradmesser aber einen Zugewinn von 3.3 Prozent eingefahren. Als ein Grund für die positive Börsentendenz gilt das „Goldilocks“-Szenario. Der aus der Märchenwelt stammende Begriff skizziert eine Situation, in der die Wirtschaft zwar nicht heiss läuft, aber gleichzeitig auch nicht zu stärk abkühlt. In einer derartigen Situation gelten Risikoanlagen, insbesondere Aktien, als besonders interessant. Momentan verweisen die Verfechter dieser Analogie auf rückläufige Inflationsraten, eine Entspannung in den Lieferketten sowie die Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft. (Quelle: Refinitiv, Medienbericht, 03.02.2023)

Industriekonzerne im Duett

Auch in der neuen Woche dürfte die „Goldilocks“-Argumentation auf den Prüfstand kommen. Zwar ist das Programm nicht mehr ganz so prall gefüllt, wie zu Beginn des Monats. Gleichwohl stehen neben einer Reihe von Konjunkturindikatoren zahlreiche Unternehmensberichte an. Unter anderem der Quartalsabschluss von Siemens dürfte einen Einblick in die Verfassung der Weltwirtschaft geben. Am Donnerstag legt der Münchener Industriekonzern seine Resultate für die ersten drei Monate der Geschäftsperiode 2023 (per 30.09.2023) vor und richtet ausserdem die Generalversammlung aus. Bis einen Tag vor diesem Anlass steht der Callable Barriere Reverse Convertible (Symbol: KNOKDU)** auf Schneider Electric und Siemens in der Zeichnung. Der Coupon beträgt 8.00 Prozent jährlich. In die Laufzeit von längsten zwei Jahren gehen die beiden Industriekonzerne mit einem Barriereabstand von jeweils 50 Prozent. Gleichwohl ist der BRC nicht kapitalgeschützt: Notiert einer der Basiswerte während der Laufzeit einmal auf oder unter dem jeweiligen Kick-In Level (Barriere), ist mit Verlusten zu rechnen. Zudem trägt der Anleger das Emittentenrisiko, so dass das eingesetzte Kapital – unabhängig von der Entwicklung der Basiswerte – im Falle einer Insolvenz der UBS AG verloren gehen kann.

Schneider Electric vs. Siemens (5 Jahre, nur zu illustrativen Zwecken, Umbasierung auf 100%)*

Stand: 03.02.2023; Quelle: UBS AG, Refinitiv
*Bitte beachten Sie, dass vergangene Wertentwicklungen keine Indikationen für künftige Wertentwicklungen sind.
**Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: ubs.com/keyinvest.

Wichtige Termine

Datum Uhrzeit Land Ereignis
06.02.2023 11:00 EZ Detailhandelsumsätze Dezember 2022
06.02.2023 22:00 US Amgen Quartalszahlen
07.02.2023 k.A. DE Siemens Energy Quartalszahlen
07.02.2023 07:00 CH Idorsia Jahreszahlen
07.02.2023 07:45 CH Arbeitsmarktbericht Januar 2023
07.02.2023 08:00 DE Industrieproduktion Dezember 2022
07.02.2023 12:00 DE Linde Jahreszahlen
07.02.2023 22:05 DE Qiagen Jahreszahlen
08.02.2023 07:00 CH Vontobel Holding Jahreszahlen
08.02.2023 16:00 DE Deutsche Börse Jahreszahlen
08.02.2023 16:00 US Grosshandelsumsätze Dezember 2022
08.02.2023 22:00 US Walt Disney Jahreszahlen
09.02.2023 k.A. CH Swiss Prime Site Jahreszahlen
09.02.2023 k.A. IT Enel Jahreszahlen
09.02.2023 k.A. GB Unilever Jahreszahlen
09.02.2023 06:30 CH Leonteq Jahreszahlen
09.02.2023 06:45 CH Credit Suisse Group Jahreszahlen
09.02.2023 06:45 CH Zurich Insurance Jahreszahlen
09.02.2023 07:00 CH Mobimo Holding Jahreszahlen
09.02.2023 07:00 CH DKSH Holding Jahreszahlen
09.02.2023 07:15 CH Swisscom Jahreszahlen
09.02.2023 08:30 DE Siemens Quartalszahlen
09.02.2023 14:30 US PepsiCo Quartalszahlen
09.02.2023 16:00 FR Vinci Jahreszahlen
09.02.2023 16:00 FR L’Oréal Jahreszahlen
10.02.2023 k.A. CH Ems Chemie Jahreszahlen
10.02.2023 01:00 US PayPal Quartalszahlen
10.02.2023 16:00 US Universität Michigan Verbrauchervertrauen Februar 2023

Stand: 06.02.2023; Quelle: Refinitiv

Weitere Blogeinträge:

Wachsender Zinsoptimismus

In den USA sind die Konsumentenpreise im Juni 2024 gegenüber dem Vormonat um 0.1 Prozent gesunken.

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