KeyInvest Blog

17. April 2023

Startschuss in die Quartalssaison

Vergangene Woche kam die lange ersehnte Entwarnung von der Inflationsseite: Die US-Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen gab im März deutlich von 6.0 Prozent im Februar auf 5.0 Prozent ab. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Wert von 5.2 Prozent auf dem Zettel. Auch in Deutschland zeigt die Kurve nach unten. Im vergangenen Monat reduzierte sich die Inflation auf 7.4 Prozent und erreichte damit den tiefsten Stand seit August 2022. (Quelle: Refinitiv, Medienberichte, 12./13.04.2023) Somit zeigen die Zinserhöhungen der Notenbanken offenbar ihre Wirkung. Doch ist damit wirklich alles wieder in Ordnung?

Zinsspekulationen

Ganz so einfach ist es leider nicht, die Kerninflationsrate – ohne Energie und Lebensmittel – nahm in den USA dagegen leicht zu. Sie stieg um 0.4 Prozent im Monats- und um 5.6 Prozent im Jahresvergleich. Damit liegt die Kennzahl das erste Mal seit zwei Jahren über Verbraucherpreisinflationsrate. Zudem bleibt die Teuerung auch klar über den preisstabilen Zielvorstellungen des Fed, die sie im Bereich von zwei Prozent ansiedelt. Dennoch gehen Marktteilnehmer davon aus, dass die Währungshüter bei den Zinserhöhungen etwas den Fuss vom Gas nehmen. Sowohl das Fed also auch die Europäische Zentralbank (EZB) könnten auf der geldpolitischen Sitzung im Mai mit einem kleinen Zinsschritt um 25 Basispunkte auskommen. Die EZB hatte zuletzt im März den Leitsatz um 0.50 Prozentpunkte angehoben. (Quelle: Refinitiv, Medienbericht, 13.04.2023)

In der neuen Woche stehen weitere Konjunkturdaten an, die Aufschluss darüber geben könnten, wie die Währungshüter demnächst entscheiden werden. Dazu zählt unter anderem der am Dienstag auf der Agenda stehende ZEW-Index sowie die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone und den USA am Freitag. In Übersee steht zudem am Mittwoch die Veröffentlichung des Fed Beige Books an. Auch das Reich der Mitte könnte diese Woche für Spannung sorgen. So werden am Dienstag die chinesischen Wachstumszahlen für das erste Quartal erwartet, welches ganz im Zeichen von Wiedereröffnung stand.

Gefragter Luxus

Übrigens China: Aufgrund einer kräftigen Erholung der Nachfrage im Reich der Mitte verzeichnete der weltgrösste Luxuskonzern LVMH im abgelaufenen Quartal ein kräftiges Umsatzplus um 17 Prozent. Damit wurden auch die Erwartungen der Analysten übertroffen, die nur mit einem achtprozentigen Erlösplus gerechnet haben. Das gute Abschneiden sorgte dafür, dass die LVMH-Aktie auf ein neues Rekordhoch kletterte. Konservative Anlegernaturen können mit dem französischen Unternehmen, zu dem Nobel-Marken wie Louis Vuitton, Dior und Tiffany zählen, ebenfalls auf Renditefang gehen. Der im Januar emittierte BRC (Symbol: KNLJDU) auf LVMH und Konkurrent Kering, ist mit einem Coupon von 9.75 Prozent p.a. ausgestattet. Der Risikopuffer beläuft sich beim Worst-Performer Kering aktuell auf 47 Prozent.** (Stand: 14.04.23) Bitte beachten Sie dennoch, dass der BRC nicht kapitalgeschützt ist: Notiert einer der Basiswerte während der Laufzeit einmal auf oder unter dem Kick-In Level (Barriere), ist mit Verlusten zu rechnen. Zudem trägt der Anleger das Emittentenrisiko, so dass das eingesetzte Kapital – unabhängig von der Entwicklung der Basiswerte – im Falle einer Insolvenz der UBS AG verloren gehen kann.

Bilanzen im Fokus

Auch in den USA rücken die Bilanzen der Konzerne allmählich wieder in den Fokus. Vergangene Woche haben die drei grossen US-Banken JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup die Berichtssaison zum ersten Quartal eröffnet. Glänzen dabei konnte vor allem JP Morgan, der Branchenprimus steigerte seinen Zinsüberschuss überraschend kräftig um 52 Prozent. Insgesamt sind die Erwartungen an das S&P-500-Gewinnwachstum aber verhalten. Aufgrund der Turbulenzen im Bankensektor und wirtschaftlicher Unsicherheiten senkten Analysten in den vergangenen drei Monaten ihre Schätzungen stetig. Aktuell rechnen sie damit, dass die Ergebnisse gegenüber Vorjahr um durchschnittlich 6.5 Prozent zurückgehen werden. Das wäre der zweite Rückgang in Folge, was den Beginn einer Gewinnrezession markieren würde. Die höchsten Einbussen dürften die Sektoren Grundstoffe mit 35.9, Gesundheitswesen mit 20.7 und Technologie mit 15.1 Prozent verzeichnen. Aber es gibt auch Sektoren, bei den hohe Steigerungen erwartet werden. Dynamisch wachsende Profite sind bei zyklischen Konsumgütern mit 34.3, Industriewerte mit 11.7 sowie Öl- und Gasaktien mit 7.9 Prozent zu erwarten. (Quelle: FactSet, Earnings Insights, 14.04.2023) In der neuen Woche stehen weitere Bankenbilanzen, unter anderem von Bank of America und Goldman Sachs, sowie auch die Tech-Konzerne Netflix und IBM auf dem Plan. In Europa gewähren unter anderem ASML, SAP und Nokia Einblick in ihre Bücher.

LVMH (5 Jahre, Angaben in EUR)

Stand: 10.04.2023; Quelle: Refinitiv
*Bitte beachten Sie, dass vergangene Wertentwicklungen keine Indikationen für künftige Wertentwicklungen sind.
**Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: ubs.com/keyinvest.

Wichtige Termine

Datum Uhrzeit Land Ereignis
18.04.2023 04:00 CN Bruttoinlandsprodukt
18.04.2023 04:00 CN Einzelhandelsumsätze
18.04.2023 08:00 GB Arbeitslosenquote
18.04.2023 11:00 EZ ZEW Umfrage Konjunkturerwartungen
18.04.2023 14:30 US Baubeginne
18.04.2023 k.A. SW Ericsson Quartalszahlen
18.04.2023 k.A. US Goldman Sachs Quartalszahlen
18.04.2023 k.A. US Bank of America Quartalszahlen
18.04.2023 k.A. US Netflix Quartalszahlen
19.04.2023 08:00 GB Verbraucherpreisindex
19.04.2023 11:00 EZ Verbraucherpreisindex
19.04.2023 20:00 US Fed Beige Book
19.04.2023 k.A. NL ASML Quartalszahlen
19.04.2023 k.A. US IBM Quartalszahlen
19.04.2023 k.A. US Tesla Quartalszahlen
20.04.2023 01:50 JP Exporte/Importe
20.04.2023 14:30 US Erstanträge Arbeitslosenhilfe
20.04.2023 14:30 US Philly-Fed-Herstellungsindex
20.04.2023 k.A. FI Nokia Quartalszahlen
20.04.2023 k.A. CH Schindler Quartalszahlen
21.04.2023 01:30 JP Verbraucherpreisindex
21.04.2023 08:00 GB Einzelhandelsumsätze
21.04.2023 10:00 EZ Einkaufsmanagerindex
21.04.2023 15:45 US S&P Global PMI Gesamtindex
21.04.2023 k.A. DE SAP Quartalszahlen

Stand: 14.04.2023; Quelle: Refinitiv

Weitere Blogeinträge:

Wachsender Zinsoptimismus

In den USA sind die Konsumentenpreise im Juni 2024 gegenüber dem Vormonat um 0.1 Prozent gesunken.

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