KeyInvest Blog

9. Februar 2026

Hohe Erwartungen und dünne Nerven

Der vergangenen Börsenwoche fehlte es an nichts – auch nicht an Bewegung. Die grossen Indizes hüpften und rutschten und fingen sich wieder, ohne klare Richtung und ohne überzeugenden Takt. Besonders holprig fiel der Kursverlauf dort aus, wo Anleger in den vergangenen Quartalen am liebsten investiert waren: bei den Tech-Schwergewichten. Ausgerechnet jene Konzerne, die noch vor kurzem mit neuen Rekorden den Ton angaben, wurden zum Bremsklotz für die Märkte.* Im Zentrum der Nervosität standen erneut die gigantischen Investitionspläne der US-Technologieriesen. Der Markt beginnt jedoch zu zweifeln, ob diese Summen nicht schneller wachsen als die Aussicht auf entsprechende Erträge. (Quelle: dpa-AFX, Medienbericht, 06.02.2026)

Kater-Stimmung

Bemerkenswert ist dabei, dass die operativen Zahlen der Konzerne kaum enttäuschten. Beispielsweise wuchs Amazons Cloud-Sparte AWS zuletzt wieder schneller und die Marge überraschte positiv. Doch in einem Marktumfeld, in dem Bewertungen bereits ambitioniert sind, reicht solides Tagesgeschäft nicht mehr aus. Die Anleger wollen Sichtbarkeit – und sie wollen sie schnell. Der viel zitierte „KI-Investitions-Kater“ hat sich in den vergangenen Tagen spürbar verstärkt und belastet nicht nur einzelne Aktien, sondern das Sentiment für den gesamten Sektor.

Dass die Märkte derzeit keine Fehltritte verzeihen, zeigte sich jedoch nicht nur bei den Techs. Auch in Branchen, die zuletzt als Profiteure geopolitischer Spannungen galten, wächst die Ungeduld. Ein Beispiel dafür ist Rheinmetall. Der Rüstungskonzern geriet deutlich unter Druck, nachdem der Umsatzausblick für 2026 die Erwartungen verfehlte.* Gespannt warten Anleger nun diese Woche auf die Zahlen von Wettbewerber thyssenkrupp. (Quelle: Reuters, Medienbericht, 06.02.2026)

Wer sich die beiden Rüstungstitel ins Depot holen möchte, wirft einen Blick auf den in Zeichnung stehenden BRC (Symbol: LBTODU) auf das Duo. Dieser ist mit einem hohen Coupon von 21.50 Prozent p.a. sowie einem komfortablen Risikopuffer von 40 Prozent ausgestattet. Der BRC ist nicht kapitalgeschützt. Notiert einer der Basiswerte während der Laufzeit einmal auf oder unter dem jeweiligen Kick-In Level (Barriere) und kommt zudem das Autocallable Feature nicht zum Tragen, ist mit Verlusten zu rechnen. Zudem trägt der Anleger das Emittentenrisiko, so dass das eingesetzte Kapital – unabhängig von der Entwicklung der Basiswerte – im Falle einer Insolvenz der UBS AG verloren gehen kann.**

Konjunktur und Geldpolitik im Fokus

Ein etwas ruhigeres Bild bot dagegen die Geldpolitik. Die EZB beliess auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche den Einlagensatz unverändert bei 2.0 Prozent. Nach den deutlichen Zinssenkungen der Vorjahre signalisierte die Notenbank einmal mehr Gelassenheit. Die Inflation liegt unter dem Zielwert, die Risiken gelten als weitgehend ausgewogen. Zugleich vermied die EZB jede Festlegung auf einen künftigen Zinspfad und betonte ihre Abhängigkeit von der Datenlage. (Quelle: Reuters, Medienbericht, 05.02.2026)

Makroökonomisch richtet sich der Blick auch auf Konjunkturdaten aus Europa. Hier stehen die vorläufigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone an. Sie dürften zeigen, ob sich die Wirtschaft zum Jahresende stabilisiert hat oder weiter in der Stagnation verharrt. Daneben bleiben Stimmungsindikatoren und internationale Daten – insbesondere aus den USA – wichtige Taktgeber für die Märkte. Unter anderem steht das Barometer der Beratungsfirma Sentix für Februar auf der Agenda. Dieses zeigt, wie Börsianer auf die Konjunktur in der Euro-Zone blicken. Experten gehen von einer Verbesserung auf 0.0 nach minus 1.8 Punkten im Januar aus. Im Mittelpunkt der neuen Konjunkturdatenwoche steht in den USA der Arbeitsmarktbericht für Januar, der aufgrund des Stillstands der US-Verwaltung verschoben wurde. Analysten rechnen mit einer gegenüber dem Vormonat stagnierenden Arbeitslosenquote von 4.4 Prozent. Am Donnerstag wird dann das Bruttoinlandsprodukt in Grossbritannien veröffentlicht. Analysten erwarten mit 0.2 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein etwas stärkeres Wachstum als im dritten Quartal 2025 mit 0.1 Prozent. Geopolitisch bleibt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran im Fokus. Spekulationen auf eine diplomatische Lösung liessen die Ölpreise zuletzt etwas korrigieren.* (Quelle: Reuters, Medienberichte, 06.02.2026)

Bilanzflut hält an

Auch die Berichtssaison sorgt weiterhin für Impulse, diesmal jedoch jenseits der Big-Techs. Anleger schauen auf Unternehmen aus Konsum, Industrie und Tourismus. Auf der Agenda stehen unter anderem McDonald’s, Philips, TUI und thyssenkrupp. Ihre Zahlen liefern Hinweise darauf, wie robust die Nachfrage in unterschiedlichen Teilen der Wirtschaft tatsächlich ist – und ob sich die jüngste Marktunsicherheit auch in den Fundamentaldaten widerspiegelt.

Bei den Unternehmen geht es aber nicht nur um Quartalszahlen, sondern auch um strategische Weichenstellungen. So bereitet Syngenta einen milliardenschweren Börsengang in Hongkong vor. Bis zu zehn Milliarden US-Dollar könnten Medienberichten erlöst werden, unter anderem zur Reduzierung der hohen Verschuldung. Anleger warten nun gespannt, ob Syngenta in den kommenden Tagen Details zu den Börsenplänen veröffentlicht. (Quelle: Reuters, Medienbericht, 05.02.2026)

Rheinmetall vs. thyssenkrupp (5 Jahre, nur zu illustrativen Zwecken, Umbasierung auf 100 %)

Stand: 06.02.2026; Quelle: Reuters
* Bitte beachten Sie, dass vergangene Wertentwicklungen keine Indikationen für künftige Wertentwicklungen sind
** Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: ubs.com/keyinvest.

Wichtige Wirtschafts- und Unternehmenstermine

Datum

Uhrzeit

Land

Ereignis

09.02.2026

10:30

EZ

Sentix Investorenvertrauen

10.02.2026

14:30

US

Einzelhandelsumsätze

10.02.2026

k.A.

US

AstraZeneca Quartalszahlen

10.02.2026

k.A.

US

BP Quartalszahlen

10.02.2026

k.A.

US

Coca-Cola Quartalszahlen

10.02.2026

k.A.

IT

Ferrari Quartalszahlen

10.02.2026

k.A.

NL

Philips Quartalszahlen

10.02.2026

k.A.

DE

TUI Quartalszahlen

11.02.2026

03:00

CN

Verbraucherpreisindex

11.02.2026

14:30

US

Arbeitslosenquote

11.02.2026

k.A.

US

Cisco Quartalszahlen

11.02.2026

k.A.

DE

Commerzbank Quartalszahlen

11.02.2026

k.A.

US

McDonald’s Quartalszahlen

11.02.2026

k.A.

CH

SGS Quartalszahlen

11.02.2026

k.A.

DE

Siemens Energy Quartalszahlen

12.02.2026

08:00

GB

Bruttoinlandsprodukt

12.02.2026

14:30

US

Erstanträge Arbeitslosenunterstützung

12.02.2026

k.A.

US

Coinbase Quartalszahlen

12.02.2026

k.A.

FR

L’Oréal Quartalszahlen

12.02.2026

k.A.

DE

Mercedes-Benz Quartalszahlen

12.02.2026

k.A.

DE

Siemens Quartalszahlen

12.02.2026

k.A.

DE

Thyssenkrupp Quartalszahlen

13.02.2026

08:30

CH

Verbraucherpreisindex

13.02.2026

11:00

EZ

Bruttoinlandsprodukt

13.02.2026

14:30

US

Verbraucherpreisindex

13.02.2026

k.A.

US

Moderna Quartalszahlen

Stand: 06.02.2026; Quelle: Reuters

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Schlagzeilen machen Kurse

Die vergangene Börsenwoche hatte es in sich: Aktienmärkte suchten mehrfach nach Halt und fanden ihn nur auf Zeit, während die Edelmetalle regelrecht Kapriolen schlugen.

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