KeyInvest Blog

23. Februar 2026

Marktumfeld voller Gegensätze

In der vergangenen Woche zeigte sich das verschobene Kräfteverhältnis zwischen der Wall Street und Europa einmal mehr. Die Kurse auf dem alten Kontinent düsten nach oben und der US-Aktienmarkt konnte erneut nicht Schritt halten. Positiv aus Schweizer Sicht: Wiederholt platzierte sich der SMI auf den vorderen Rängen der Performance-Ranglisten. Der Swiss Market Index legte in der abgelaufenen Woche knapp zwei Prozent zu und liegt seit Jahresbeginn nun ansehnliche 4.4 Prozent im Plus. Der US-Leitindex S&P 500 absolvierte dagegen nur in etwa eine Nullrunde, der Nasdaq 100 rangiert gar im negativen Bereich.*

Konjunktur vs. Zinsen

Anders, als die Kurse es vielleicht vermuten lassen, zeigt sich die wirtschaftliche Dynamik in den USA zu Jahresbeginn von ihrer robusten Seite. Die Industrieproduktion legte im Januar um 0.7 Prozent zu und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Noch wichtiger aus Sicht der Kapitalmärkte: Auch die Auftragseingänge für Investitionsgüter stiegen weiter. Dieser Indikator gilt als Frühsignal für Unternehmensinvestitionen und deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft keineswegs in eine Abschwächung übergeht, sondern vielmehr auf einem soliden Wachstumspfad bleibt.

Für die Geldpolitik bedeutet diese Stärke allerdings ein Dilemma. Was aus konjunktureller Sicht positiv erscheint, reduziert zugleich den Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen rasch zu senken. Genau diese Erwartung hatte die Rallye an den US-Börsen im vergangenen Jahr massgeblich getragen. Nun jedoch mehren sich die Signale, dass das Federal Reserve deutlich vorsichtiger agieren wird als bislang eingepreist. Fed-Gouverneur Michael Barr dämpfte jüngst explizit die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen. Angesichts anhaltender Inflationsrisiken sei es seiner Ansicht nach angemessen, die Zinsen zunächst stabil zu halten. Gleichzeitig zeigen die veröffentlichten Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung ein bemerkenswert heterogenes Meinungsbild innerhalb der Notenbank: Einige Währungshüter schliessen weitere Zinserhöhungen ausdrücklich nicht aus, sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als erwartet.

Wachstumsanzeichen …

Statt eines klaren Übergangs in eine Lockerungsphase steht nun wieder geldpolitische Unsicherheit im Raum. Für Wachstumsaktien, deren Bewertungen stark von niedrigen Diskontsätzen abhängen, ist dies ein struktureller Gegenwind. Defensive Märkte wie die Schweiz erscheinen im Vergleich attraktiver, vielleicht ein zentraler Grund für die aktuelle Outperformance des SMI. Darüber hinaus liefert Europa zunehmend eigene Impulse. Die jüngsten Konjunkturdaten aus der Euro-Zone überraschten positiv. Der Einkaufsmanagerindex stieg im Februar auf 51.9 Punkte und signalisiert damit eine klare Expansion. Besonders bemerkenswert ist die Rückkehr der Industrie über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten, ein möglicher Wendepunkt nach einer langen Phase der Schwäche. Sowohl Produzenten als auch Dienstleister berichten von steigenden Auftragseingängen, was auf eine stabilere Wachstumsbasis für die kommenden Monate hindeutet.

… und Unsicherheitsfaktoren

Gleichzeitig sorgt ein politischer Faktor für Unsicherheit: Spekulationen über einen möglichen vorzeitigen Rückzug von EZB-Präsidentin Christine Lagarde brachten in den vergangenen Tagen kurzfristig Unruhe in die Märkte. Ein früher Abgang würde Fragen nach der geldpolitischen Ausrichtung der EZB aufwerfen. Parallel dazu bleibt das geopolitische Umfeld ein dominierender Einflussfaktor. Die Furcht vor einer Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise zuletzt deutlich steigen lassen. Zeitweise blockierte Schifffahrtsbewegungen in der Strasse von Hormus – einer der wichtigsten Energiehandelsrouten der Welt – verstärkten die Sorge vor Lieferengpässen. Gleichzeitig kommen die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine nur schleppend voran. Zwar wird weiter verhandelt, doch ein Durchbruch ist nicht in Sicht. So entsteht ein Marktumfeld, das von ungewöhnlichen Gegensätzen geprägt ist: robuste Konjunkturdaten, aber restriktive Geldpolitik; steigende Gewinne, aber geopolitische Risiken; technologische Euphorie, aber wachsende Bewertungszweifel.

Nvidia im Fokus

Apropos Bewertung, auch die Berichtssaison beschäftigt die Märkte weiterhin. In Europa stehen insbesondere Schweizer und deutsche Unternehmen auf dem Terminkalender, an der Wall Street richtet sich der Blick hingegen auf einen einzigen Namen: Nvidia. Der Chipkonzern schliesst den Reigen der sogenannten „Magnificent Seven“ ab und liefert damit eine Art Lackmustest für den gesamten Technologiesektor. Die Erwartungen sind hoch, denn die Bewertung vieler Tech-Aktien hängt weiterhin stark an der KI-Wachstumsstory. Von konjunktureller Seite stehen die ausführlichen Zahlen zum Schweizer BIP im vierten Quartal sowie die endgültigen Inflationsdaten für die Euro-Zone im Januar an. Darüber hinaus werden Daten zum Geschäftsklima und zum Verbrauchervertrauen im Euroraum im Februar veröffentlicht. Und „Last but not least“ kommt neue Unruhe aus Washington: Nachdem der oberste Gerichtshof der USA am Freitag die von der Regierung verhängten Sonderzölle als unrechtmässig erklärt hat, kündigte der Präsident zunächst einen neuen Global-Zoll von zehn Prozent an, um diesen kurz darauf auf 15 Prozent anzuheben. Die Welt darf gespannt sein, wie es mit der Handelspolitik jenseits des Atlantiks weitergeht.

Performance 2026 ausgewählter Indizes

Stand: 20.02.2026; Quelle: Reuters
* Bitte beachten Sie, dass vergangene Wertentwicklungen keine Indikationen für künftige Wertentwicklungen sind

Wichtige Wirtschafts- und Unternehmenstermine

Datum

Uhrzeit

Land

Ereignis

23.02.2026

08:30

CH

Erzeuger- und Importpreise

23.02.2026

10:00

DE

Ifo Geschäftsklimaindex

24.02.2026

16:00

US

Verbrauchervertrauen

24.02.2026

k.A.

US

Home Depot Quartalszahlen

24.02.2026

k.A.

DE

MTU Aero Engines Quartalszahlen

24.02.2026

k.A.

CH

PSP Swiss Property Quartalszahlen

24.02.2026

k.A.

ES

Telefonica Quartalszahlen

24.02.2026

k.A.

CH

Temenos Quartalszahlen

25.02.2026

08:00

DE

GfK Verbrauchervertrauen

25.02.2026

11:00

EZ

Verbraucherpreisindex

25.02.2026

k.A.

CH

Adecco Quartalszahlen

25.02.2026

k.A.

DE

Bayer Quartalszahlen

25.02.2026

k.A.

DE

E.ON Quartalszahlen

25.02.2026

23:00

US

Nvidia Quartalszahlen

25.02.2026

k.A.

CH

Sandoz Quartalszahlen

26.02.2026

11:00

EZ

Verbrauchervertrauen

26.02.2026

11:00

EZ

Geschäftsklimaindex

26.02.2026

14:30

US

Erstanträge Arbeitslosenunterstützung

26.02.2026

14:30

US

Auftragseingänge langl. Güter

26.02.2026

k.A.

DE

Allianz Quartalszahlen

26.02.2026

k.A.

CH

Clariant Quartalszahlen

26.02.2026

k.A.

DE

Deutsche Telekom Quartalszahlen

26.02.2026

k.A.

CH

Emmi Quartalszahlen

26.02.2026

k.A.

DE

Munich Re Quartalszahlen

26.02.2026

k.A.

US

Salesforce Quartalszahlen

26.02.2026

k.A.

DE

Siemens Energy Quartalszahlen

27.02.2026

00:30

JP

Verbraucherpreisindex

27.02.2026

00:50

JP

Einzelhandelsumsätze

27.02.2026

08:00

CH

Bruttoinlandsprodukt

27.02.2026

09:00

CH

KOF Leitindikator

27.02.2026

09:55

DE

Arbeitslosenquote

27.02.2026

14:00

DE

Verbraucherpreisindex

27.02.2026

14:30

US

Erzeugerpreisindex

27.02.2026

14:30

CA

Bruttoinlandsprodukt

27.02.2026

15:45

US

Chicago Einkaufsmanagerindex

27.02.2026

k.A.

DE

BASF Quartalszahlen

27.02.2026

k.A.

CH

Holcim Quartalszahlen

27.02.2026

k.A.

CH

Swiss RE Quartalszahlen

Stand: 20.02.2026; Quelle: Reuters

Weitere Blogeinträge:

Makrodaten auf dem Fahrersitz der Märkte

Wer in der vergangenen Woche auf die grossen Indizes blickte, kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Börsen auf zwei Kontinente aufgeteilt haben. In den USA überwog der Rückwärtsgang.

Hohe Erwartungen und dünne Nerven

Der vergangenen Börsenwoche fehlte es an nichts – auch nicht an Bewegung. Die grossen Indizes hüpften und rutschten und fingen sich wieder, ohne klare Richtung und ohne überzeugenden Takt.

Schlagzeilen machen Kurse

Die vergangene Börsenwoche hatte es in sich: Aktienmärkte suchten mehrfach nach Halt und fanden ihn nur auf Zeit, während die Edelmetalle regelrecht Kapriolen schlugen.

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