KeyInvest Blog

7. April 2026

Es geht in die Vollen

Nach dem verlängerten Osterwochenende dürfte an den Börsen zunächst das Thema Inflation in den Fokus rücken. Am Freitag veröffentlicht das U.S. Bureau of Labour Statistics den Consumer Price Index (CPI) für März 2026. Dann wird sich zeigen, inwiefern der stark gestiegene Ölpreis – die US-Gattung WTI hat sich im vergangenen Monat um mehr als die Hälfte verteuert – auf die allgemeine Inflation durchlägt. Von Reuters befragte Ökonomen gehen im Schnitt davon aus, dass der CPI im März 2026 gegenüber dem Vormonat um 0.9 Prozent gestiegen ist. Das würde den stärksten Auftrieb seit 2022 bedeuten. In der Kernrate, hier bleiben die Kosten für Lebensmittel und Energie aussen vor, soll die monatliche US-Inflation dem Konsens zufolge 0.3 Prozent erreicht haben. (Quelle: Reuters, Medienbericht, 02.04.2026)

Verschobene Erwartungen

Besonders genau dürften die Preisdaten bei der US-Notenbank studiert werden. Schon jetzt hat der jüngste Ölpreisschock zu einer deutlichen Verschiebung der geldpolitischen Aussichten geführt. Bis in den Februar hinein hatten die Märkte damit gerechnet, dass die USA 2026 zwei weitere Zinssenkungen bekommen. Mittlerweile indiziert das CME FedWatch Tool bis Ende Jahr einen stabilen Leitsatz von 3.50 bis 3.75 Prozent. (Quelle: CME FedWatch Tool, 07.04.2026) Dieses Szenario wurde durch den jüngsten Arbeitsmarktbericht untermauert: Im März 2026 sind in den USA ausserhalb der Landwirtschaft 178’000 Stellen aufgebaut. Ökonomen hatten im Schnitt nur mit 60’000 zusätzlichen Jobs gerechnet. Die Arbeitslosenrate ist auf 4.3 Prozent gesunken – hier hatte der Konsens einen stabilen Wert von 4.4 Prozent erwartet. (Quelle: Reuters, Medienbericht, 03.04.2026)

In Europa stehen die Zeichen derweil auf eine Straffung der Geldpolitik. Für die Eurozone preisen die Finanzmärkte bis zum Jahresende einen Einlagensatz von 2.75 Prozent ein. Aktuell liegt die Rate bei 2.0 Prozent. (Quelle: Reuters, Medienbericht, 02.04.2026) Trotz dieser transatlantischen Diskrepanz haben sich die Aktienmärkte in Europa zuletzt stabiler präsentiert als die Wall Street. Der STOXX® Europe 600 Index notiert leicht über dem Schlussstand des vergangenen Jahres, während für den S&P 500® Index ein Minus von 3.4 Prozent zu Buche steht.*

Schweizer Stabilität

Mit Nestlé, Novartis und Roche zählen drei Schweizer Large Caps zu den zehn grössten Positionen im STOXX® Europe 600 Index. Vor allem die beiden Pharmawerte haben dem europäischen Börsengradmesser zuletzt Stabilität verliehen. Die Novartis-Aktie ist mit einem Kursplus von zwölf Prozent sogar im vorderen Drittel des Performance-Rankings für die ersten gut drei Monate des Jahres 2026 zu finden.* Auf eine weitestgehend stabile Entwicklung des Börsenschwergewichts zielt ein neuer Barrier Reverse Convertible (Symbol: LCDHDU)** ab. Der Coupon beträgt 4.25 Prozent jährlich, in die 18-monatige Laufzeit geht Novartis mit einem Barriereabstand von 30 Prozent. (Stand: 07.04.2026) Kapitalschutz besteht aber nicht. Notiert Novartis während der Laufzeit einmal auf oder unter dem Kick-In Level (Barriere), ist mit Verlusten zu rechnen. Zudem trägt der Anleger das Emittentenrisiko, so dass das eingesetzte Kapital – unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes – im Falle einer Insolvenz der UBS AG verloren gehen kann.

Chinesische Immunität

Die Inflation ist übrigens nicht nur in den USA ein wichtiges Thema. Ebenfalls am kommenden Freitag werden die aktuellen Preisdaten für China publiziert. Das Reich der Mitte gilt als relativ immun gegen den Anstieg der Ölpreise. Peking verfügt über grosse Vorräte. Zudem ist der Ausbau der regenerativen Energieträger in China relativ weit fortgeschritten und der Inflationsdruck ohnehin weniger stark ausgeprägt. (Quelle: Reuters, Medienbericht, 02.04.2026) Die Börsen in Fernost sind dennoch aus dem Tritt geraten. Der mit in Hongkong kotierten Aktien aus China bestückte Hang Seng® Index notiert mehr als ein Zehntel unter dem im Januar 2026 erreichten Verlaufshoch.*

Wie die Unternehmen mit den jüngsten Verwerfungen an den Energiemärkten zu Recht kommen, dürfte sich schon bald zeigen. Die Berichtssaison für das erste Quartal 2026 steht vor der Tür. Traditionell machen die US-Banken den Anfang. Noch bleiben den Aktienanalysten aber ein paar Tage Zeit zum Durchschnaufen – an der Wall Street nimmt die „Earnings Season“ ab der kommenden Woche mit den Zwischenberichten von unter anderem Goldman Sachs, J.P. Morgan und Citigroup ihren Lauf.

Novartis (5 Jahre, Angaben in CHF)*

Stand: 02.04.2026; Quelle: UBS AG, LSEG
*Bitte beachten Sie, dass vergangene Wertentwicklungen keine Indikationen für künftige Wertentwicklungen sind.
**Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: ubs.com/keyinvest.

Wichtige Wirtschafts- und Unternehmenstermine

Datum

Uhrzeit

Land

Ereignis

08.04.2026

08:00

DE

Auftragseingang Industrie Februar 2026

08.04.2026

08:30

DE

BMW Verkaufszahlen 1. Quartal 2026

08.04.2026

09:00

CH

Arbeitslosenrate März 2026

08.04.2026

09:30

CH

Zurich Insurance Generalversammlung

08.04.2026

11:00

EZ

Detailhandelsumsätze Februar 2026

08.04.2026

11:00

EZ

Produzentenpreise Februar 2026

08.04.2026

20:00

US

Fed: Sitzungsprotokolle März 2026

09.04.2026

08:00

DE

Industrieproduktion Februar 2026

09.04.2026

08:30

CH

Industrieproduktion 1. Quartal 2026

09.04.2026

14:30

US

PCE Preisindex Februar 2026

09.04.2026

14:30

US

BIP (final) 4. Quartal 2025

10.04.2026

03:30

CN

Konsumentenpreise März 2026

10.04.2026

09:30

CH

Swiss Re Generalversammlung

10.04.2026

14:30

US

Konsumentenpreise März 2026

10.04.2026

16:00

US

Universität Michigan Verbrauchervertrauen April 2026

Stand: 07.04.2026; Quelle: LSEG

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